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Dr. Thomas Ritter demonstrates the Piaffe in Hand with the Lipizzan Mare, Electa, during a November 2008 clinic in Seattle, Washington. Photo by Shana Ritter. |

William Cavendish, Duke of Newcastle |

Dr. Thomas Ritter and the Lipizzan Stallion, Maestoso II Shama II, demonstrate a Trot Halfpass at the Longrein. October 2008. Photo by Shana Ritter. |

William Cavendish, Duke of Newcastle |

Dr. Thomas Ritter and the Lipizzan Stallion, Maestoso II Catrina. Piaffe in Hand. October 2008. Photo by Shana Ritter. |

William Cavendish, Duke of Newcastle |

William Cavendish, Duke of Newcastle |

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Queen Isabel of France by Velasquez |
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Dressurblog
23 February 2009
Durchs Genick 4.0
©Thomas Ritter 2009
Paul Plinzner ist heute am besten bekannt für die Bearbeitung und Herausgabe der Notizen seines Lehrers, Gustav Steinbrecht, unter dem Titel „Das Gymnasium des Pferdes”. Er war auch Stallmeister des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm II. Plinzner nahm bei Steinbrecht 1877 und 1878 Unterricht und verarbeitete Steinbrecht’s Lehren zu seinem eigenen System der Pferdegymnastik. Ich finde viele nützliche und intelligente Erklärungen in Plinzner’s eigenen Publikationen, obwohl er heftig kritisiert wurde für den Begriff der unbedingten Beizäumung am Zügel, den er prägte. Ich habe zwei kurze Abschnitte aus seinem Buch “System der Pferdegymnastik” ausgewählt, die demonstrieren, daß die Kritik ihm nicht ganz gerecht wird und wahrscheinlich eher ein Mißverständnis seiner Erklärungen durch andere Reiter darstellt.
Paul Plinzner (1888, 2f.):
„Unter ‚unbedingter Beizäumung am Zügel‘ versteht man diejenige Krümmung des Halses in der Vertikalebene und Heranstellung des Kopfes, bei welcher Hals und Genick absolut durchlässig sind, d.h. den Anzügen der Hand einerseits keinerlei Widerstand entgegensetzen, andererseits nicht ausweichen. – Von demjenigen Pferde, welches sich in der ‚unbedingten Beizäumung am Zügel‘ befindet, sagt man auch einfach: ‚es steht am Zügel‘.“
Der obige Abschnitt definiert die ‚unbedingte Beizäumung am Zügel‘ als diejenige Hals- und Kopfstellung, in der es weder Muskelsteifheiten noch falsche Knicks im Hals und Genick gibt, so daß die Energie ungehindert in alle Richtungen fließen kann. Das ist sowohl völlig mit Steinbrecht’s Lehren als auch mit der modernen Dressur vereinbar. Es ist eine äußerst vernünftige und eminent praktische Empfehlung. Es liegt darin nichts, das die harte Kritik rechtfertigen würde, die Plinzner durch spätere Generationen von klassischen Reitern und Autoren zuteil wurde. Es war eine weit verbreitete Meinung, daß er mit seiner unbedingten Beizäumung von der klassischen Lehre abgewichen war, obwohl sich in seinen eigenen Beschreibungen eigentlich nichts findet, das solch eine strenge Bewertung verdiente.
Paul Plinzner (1888, 4):
„Wenngleich im Zustande der ‚unbedingten Beizäumung am Zügel‘ der Hals stets abgerundet und der Kopf herangestellt ist, so ist doch innerhalb dieser Bedingungen die Form jener Theile durchaus veränderlich. – Ob der Hals dabei mehr oder weniger zusammengeschoben und aufgerichtet ist, und ob die Nase genau senkrecht steht oder nach vorwärts oder rückwärts von der Senkrechten abweicht, hängt nicht allein von dem Baue und der inneren Kraft des Pferdes ab, sondern auch von der Art und Weise, in der die Kräfte der Nachhand in Anspruch genommen werden.“
Nachdem er im letzten Abschnitt seinen neuen Begriff der unbedingten Beizäumung kurz definiert hat, gibt Plinzner nun einige spezifische praktisch-technische Informationen dazu wie diese Stellung aussieht. Interessanterweise verfährt er genauso wie Steinbrecht im „Gymnasium des Pferdes”. Er unterstreicht die Bedeutung der richtigen Hals- und Kopfstellung, der richtigen Halswölbung, der richtigen Aufrichtung usw., aber er legt sich für diese funktionale Stellung nicht auf eine spezifische äußere Form fest. Stattdessen sagt er, daß die unbedingte Beizäumung mit dem Pferdekopf vor der Senkrechten, in der Senkrechten oder sogar hinter der Senkrechten erreicht werden kann. Es kommt dabei auf das Gebäude und den Ausbildungsstand des Pferdes sowie die gegenwärtigen Ausbildungsabsichten des Reiters an. Ich vermute, daß an dieser Stelle seine Anhänger auf Irrwege gerieten. Sie müssen davno ausgegangen sein, daß die unbedingte Beizäumung nur dann erreicht werden kann, wenn der Pferdekopf senkrecht steht, oder vielleicht sogar hinter die Senkrechte kommt. In dieser Hinsicht gleichen Plinzner’s ungenügend ausgebildete Anhänger vielen heutigen Reitern, die Form und Funktion miteinander verwechseln, und die glauben, das Pferd sei nicht am Zügel, wenn die Nase nicht genau in der Senkrechten oder sogar hinter der Senkrechten steht. Für unsere Zwecke lohnt es sich darauf hinzuweisen, daß Plinzner ausdrücklich erwähnt, daß die unbedingte Beizäumung auch dann gegeben sein kann, wenn das Pferd die Nase vor der Senkrechten hat. Mit anderen Worten, durchs Genick zu gehen ist zwar einerseits nicht ganz unabhängig von der Kopfstellung, aber es ist andererseits auch nicht mit ihr identisch. Es gibt andere Faktoren, die dabei eine wichtigere Rolle spielen.
Fortsetzung folgt...
Scheuen Sie sich nicht, mir Fragen und Kommentare zu schicken.
Thomas Ritter

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