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Dr. Thomas Ritter demonstrates the Piaffe in Hand with the Lipizzan Mare, Electa, during a November 2008 clinic in Seattle, Washington. Photo by Shana Ritter. |

William Cavendish, Duke of Newcastle |

Dr. Thomas Ritter and the Lipizzan Stallion, Maestoso II Shama II, demonstrate a Trot Halfpass at the Longrein. October 2008. Photo by Shana Ritter. |

William Cavendish, Duke of Newcastle |

Dr. Thomas Ritter and the Lipizzan Stallion, Maestoso II Catrina. Piaffe in Hand. October 2008. Photo by Shana Ritter. |

William Cavendish, Duke of Newcastle |

William Cavendish, Duke of Newcastle |

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Queen Isabel of France by Velasquez |
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Dressurblog
24 February 2009
Durchs Genick 5.0
©Thomas Ritter 2009
Paul Plinzner (1888, 12):
„Die Kräfte der Nachhand einerseits und die Gewichte der Vorhand andererseits sind die beiden großen Faktoren der Dressur. Gelingt es dem Reiter, durch die Einwirkungen seiner Hand und seiner Schenkel, jederzeit unterstützt durch angemessene Vertheilung seines eigenen Gewichtes, das Pferd stets so gerichtet zu erhalten, daß die Kräfte der Nachhand einerseits, die Gewichte der Vorhand andererseits, durch einen bei „unbedingter Beizäumung am Zügel“ elastisch aufgewölbten Rücken vermittelt, ungeschwächt gegeneinander wirken, so arbeitet sich das Pferd gewissermaßen selber.
Indem hierbei einerseits jeder Tritt eines Hinterfußes gegen die Hand des Reiters wirkt, veranlaßt er das Pferd, sich an ihr abzustoßen, während andererseits diese, indem sie die Gewichte der Vorhand aushält oder durch aktive Anzüge nach rückwärts in Bewegung setzt, dieselben auf den vortretenden Hinterfuß wirken läßt, derart, daß sie ihn durch Belastung biegt, und dadurch zu erneuetem Abfedern resp. Schieben anregt.“
Das Kräftigen und Geschmeidigmachen der Hanken unter Zuhilfenahme der Gewichte der Vorhand, während man die Teile der Vorhand mit Hilfe der Schubkraft und der Biegung der Hanken beweglich macht und erleichtert, ist ein Schlüsselprinzip in Gustav Steinbrecht’s Dressurmethode, dem offensichtlich auch sein Schüler Paul Plinzner folgt. Von diesem Standpunkt aus gesehen ist das Reiten eine Art Gewichtheben für das Pferd.
Was an diesem Abschnitt von besonderem Interesse ist, ist sowohl die Erwähnung des elastisch aufgewölbten Rückens als eine Energieverbindung zwischen der Vorhand und der Hinterhand, als auch die Erwähnung des geschmeidigen Genicks. Die Rückenwirbel des Pferdes müssen den Schub der Hinterhand von hinten nach vorne übertragen, und sie müssen die Gewichts- und Zügelhilfen von vorne nach hinten übermitteln. Wenn der Rücken weggedrückt wird oder aufhört zu schwingen, dann wird die Energieverbindung unterbrochen und die halben Paraden können die Hinterbeine nicht mehr erreichen.
Die Entdeckung der Bedeutung des schwingenden Rückens und die Prägung des Begriffes des Rückengängers bzw. Schenkelgängers ist wahrscheinlich der wichtigste Beitrag des 19. Jahrhunderts – insbesondere der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – zur Entwicklung der Dressur.
Paul Plinzner (1888, 15):
“Die ‘elastische Rückenaufwölbung’ und die im Allgemeinen unzertrennlich damit verbundene ‘unbedingte Beizäumung‘ sind so außerordentlich wichtig, daß sie dem Pferde vollkommen zur zweiten Natur werden müssen. Es ist daher dringend wünschenswerth, daß das Pferd womöglich von vornherein in dieser Form den Reiter aufnimmt. Dies läßt sich erreichen, wenn ihm die erste Anleitung zur Annahme dieser Form ohne die Last des Reiters an der Longe ertheilt wird.“
Plinzner ist der erste Autor, den ich gefunden habe, der den schwingenden Rücken als Folge der Beizäumung betrachtet. Andere Autoren, wie Otto de la Croix, scheinen die Beizäumung eher als ein Ergebnis des Engagements und der Biegung der Hanken zu beschreiben. Beide Standpunkte sind mit Problemen belastet, wenn sie zum Extrem gebracht werden, und sie haben beide zu Fehlern und Mißverständnissen geführt.
Plinzner’s Ansicht kann den Reiter dazu verführen, die Beizäumung rücksichtslos allein durch die Zügeleinwirkung herbeizuführen. De la Croix’s Standpunkt kann dagegen zu einer Vernachlässigung oder Geringschätzung der Zügelhilfen führen. Wenn man das Pferd nur mit den Zügeln in eine oberflächliche Form hineinzwängt, dann trennt man die Vorhand von der Hinterhand ab, indem man falsche Knicks und Muskelspannungen entstehen läßt. Das Pferd lernt schlichtweg, sich der Einwirkung des Reiters dadurch zu entziehen, daß es mit den falschen Gelenken nachgibt, so daß es eine hohle Form annimmt, ohne aber ehrlich an den Hilfen zu stehen, d.h. ohne die Energie ungehindert durch seinen Körper fließen zu lassen. Wenn ein Reiter jedoch den entgegengesetzten Standpunkt vertritt, daß nämlich die Beizäumung sich als Folge der Hankenbiegung von allein einstellt und daher Zügelhilfen weitgehend vermeidet, dann wird er sein Pferd nur steif machen, vor allem im Unterhals und im Genick, und die Beizäumung wird doch nie erreicht. Stattdessen ist es erforderlich, beide Teile des Pferdes in solcher Weise anzusprechen, daß die Hüften und Schultern auf die gleiche Linie ausgerichtet werden und daß die Vorhand als das Gewicht dienen kann, mit dem man die Hanken biegt und kräftigt, während die Zügel das Pferd im Hals und Genick geschmeidig erhalten, so daß es den optimalen Rahmen selbst als Folge von Gleichgewicht und Geschmeidigkeit finden kann.
Fortsetzung folgt...
Scheuen Sie sich nicht, mir Fragen und Kommentare zu schicken.
Thomas Ritter

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