Dressurblog



Subscribe to Our Newsletter




Painting of Maestoso II Catrina ridden by Shana Ritter. Painting by Janey Belozer.




Piaffe in the Pillars. Painting by Ludwig Koch.




Tapestry depicts horse and rider in the Capriole.




Pirouette by George Hamilton c. 1700.







Mary Stuart in the Piaffe, Sidesaddle.




Capriole in the Pillars, 1890.




William Cavendish, Duke of Newcastle




Equestrian Portrait of Henry IV (1555-1610). King of France before the Walls of Paris, 1594.













Queen Isabel of France by Velasquez







Thomas Ritter on the Friesian-cross Gelding, Zen

Dressurblog
20 March 2009

English | Deutsch







Das Pingpong Prinzip

©Thomas Ritter 2009

Es gibt gewisse Prinzipien, die beim Reiten und bei der Pferdeausbildung eine Rolle spielen. Sie sind nicht neu, aber sie werden von den meisten Autoren nicht beschrieben, obwohl diese sie sehr wohl in ihrer täglichen Arbeit benützt haben mögen, wenn auch vielleicht ohne sie in abstrakter Weise zu analysieren. Ich möchte diese Prinzipien in meinem Blog einführen, da sie sich in der Praxis als äußerst wichtig und effektiv erwiesen haben. Aus diesem Grunde verwende ich sie auch täglich in meiner eigenen Reiterei sowie im Unterricht.

Eines dieser Prinzipien könnte man als das “Pingpong Prinzip” bezeichnen. Es basiert auf der Beobachtung, daß viele Pferde dazu neigen, den Hilfen nur auf einer Körperseite Beachtung zu schenken, während sie die Hilfen auf der anderen Seite ignorieren. Sehr oft lassen sie nur die Hilfen des inneren Schenkels und Zügels durch – z.T. weil viele Reiter nur die inneren Hilfen anwenden, während der äußere Zügel zu lang angefaßt wird und der äußere Schenkel das Pferd überhaupt nicht berührt. Das Ziel ist, die Aufmerksamkeit des Pferdes auf beide Körperhälften zu lenken, es zu lehren, daß sich auf beiden Seiten ein Schenkel und ein Zügel befindet und daß alle diese Hilfen wichtige Informationen übermitteln können. Dieses Konzept kann dem Pferd auf sehr effektive Weise dadurch erklärt werden, daß man es zwischen den Hilfen der rechten und linken Körperseite quasi hin- und herschiebt. Als Ergebnis wird sich das Pferd in der Mitte zwischen den inneren und äußeren Hilfen ausbalancieren. Dann können die Hilfen mit dem Pferdekörper in leichter Fühlung bleiben und einen Kanal bilden, in welchem das Pferd sich bewegt.

So wird das in der Praxis gemacht: Die Hilfen der einen Körperseite schicken das Pferd aktiv vorwärts-seitwärts. Die Hilfen der gegenüberliegenden Seite empfangen die Energie passiv, indem sie die Hüfte und Schulter einrahmen. Anschließend werden sie aktiv und schicken das Pferd zurück in die gegenüberliegende Richtung, während die ursprünglichen Hilfen passiv werden und nun ihrerseits die Energie empfangen, indem sie die Hüfte und Schulter einrahmen.

Dies kann in zahllosen Variationen ausgeführt werden. Manche beeinhalten einen Wechsel der Biegung und Stellung, während andere dieselbe Biegung beibehalten. Manche beeinhalten einen Richtungswechsel, während das Pferd in anderen auf derselben Hand verbleibt.

Hier sind einige Beispiele:

  • Konterschulterherein gefolgt von Schulterherein

  • Traversale gefolgt von Renvers im Bezug auf die ursprüngliche lange Seite

  • Zickzack Schenkelweichen oder Traversalen

  • Hüften und Schultern gemeinsam im Schenkelweichen vorwärts-seitwärts in eine Richtung verschieben, gefolgt von einer Verschiebung der Hüften in die gegenüberliegende Richtung

  • Vorhandwendung in der Bewegung gefolgt von einem ganzen Travers in der entgegengesetzten Richtung oder umgekehrt

  • Renvers parallel zur langen Seite gefolgt von einem Schenkelweichen oder einem Schulterherein auf einer diagonalen Linie von der langen Seite weg

  • Hin- und Herschieben der Hüften, entweder im Halten oder in der Bewegung

  • Hin- und Herschieben der Schultern, entweder im Halten oder in der Bewegung

    Die Liste ist keineswegs vollständig und sie soll es auch gar nicht sein. Ich möchte mit diesen wenigen Beispielen nur das Prinzip illustrieren und es dem Leser überlassen, dieses Prinzip selbständig zu üben und darauf aufbauend eigene Übungen zu entwerfen. Wenn man kreativ ist, kann man sich eine fast unerschöpfliche Vielfalt an verschiedenen Übungen einfallenlassen.

    Scheuen Sie sich nicht, mir Fragen und Kommentare zu schicken.

    Thomas Ritter


  • Thomas Ritter on the Friesian-cross Gelding, Zen








    ArtisticDressage.com is dedicated to the preservation and promotion of the art of Classical Dressage.
    ©1998-2010 ClassicalDressage.com & ArtisticDressage.com     All rights reserved.
    Site Created November 11, 1998   Email: thomasritt@gmail.com