Dressurblog



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Painting of Maestoso II Catrina ridden by Shana Ritter. Painting by Janey Belozer.




Piaffe in the Pillars. Painting by Ludwig Koch.




Tapestry depicts horse and rider in the Capriole.




Pirouette by George Hamilton c. 1700.







Mary Stuart in the Piaffe, Sidesaddle.




Capriole in the Pillars, 1890.




William Cavendish, Duke of Newcastle




Equestrian Portrait of Henry IV (1555-1610). King of France before the Walls of Paris, 1594.













Queen Isabel of France by Velasquez







The Aikido Principle. Photo by Shana Ritter; 2009.

Dressurblog
12 May 2009

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Das Aikido Prinzip

©Thomas Ritter 2009

“In der Kampfsportart Aikido verschmelzt der Kämpfer mit der Richtung einer entgegengesetzten Kraft, folgt ihrer Richtung und benützt ihre Stärke, um den Angriff abzuwehren.“
C.A.Huang & J.Lynch (1992, Übers.: TR).

Dies ist ein weiteres wichtiges und nützliches Prinzip, das auf die Reiterei angewendet werden kann. Pferde gehen manchmal aus verschiedenen Gründen gegen den Sitz und die Einwirkungen des Reiters und verwenden sowohl ihr Körpergewicht als auch ihre Hals- und Hinterhandmuskeln als eine den Wünschen des Reiters entgegengesetzte Kraft. In manchen Fällen verliert das Pferd sein Gleichgewicht, und der Schwung der Bewegung wirft sein Körpergewicht gegen den Schenkel oder auf die Hand des Reiters. In manchen Fällen versteht das Pferd die Anweisung des Reiters nicht und sperrt sich aus Verwirrung gegen die Hilfen. In anderen Fällen begeht der Reiter vielleicht den Fehler, das Pferd ungewollt zu blockieren und ihm nicht zu gestatten, den Befehl auszuführen, so daß das Pferd keine andere Wahl hat, als sich gegen den Reiter zu stemmen und Widerstand zu leisten. In manchen Fällen respektiert das Pferd den Reiter und seine Hilfen vielleicht nicht und ignoriert denselben oder widersetzt sich sogar offen.

Das das Pferd fast zehnmal mehr wiegt als der Reiter, ist es demselben unmöglich, den Widerstand mit Muskelkraft zu überwinden. Stattdessen muß er die gemeinsame Körpermasse von Pferd und Reiter, die Hebelwirkung von Kopf und Hals des Pferdes, sowie seines eigenen Oberkörpers und den richtigen Zeitpunkt der Hilfengebung innerhalb der Fußfolge ausnützen, um den Widerstand zu überwinden. Dies macht es oft erforderlich, mit der Bewegung des Pferdes zunächst mitzugehen, sich mit ihr zu vereinigen, auch wenn es nicht die Bewegung ist, die der Reiter angestrebt hat. Dann ist es allerdings möglich, die Richtung der Bewegung sozusagen von innen heraus zu verändern. Eine Hilfe, die der Kraft des Pferdes nicht diametral entgegengesetzt ist, sondern die in einem stumpferen Winkel gegeben wird, wird erheblich weniger Widerstand auslösen, da sie vom Pferd nicht verlangt, plötzlich das genaue Gegenteil dessen zu tun, was es im Moment tut, sondern nur eine relativ kleine Änderung durchzuführen. Wenn diese kleine Veränderung lange genug durchgehalten wird oder oft genug wiederholt wird, dann wird sich dies schließlich auch zu einer großen Kurskorrektur summieren.

Ein häufig auftretendes Beispiel ist ein Pferd, welches sich gegen die innere Hand des Reiters sperrt und über den Zügel geht. Viele Reiter folgen dann ihrem natürlichen Instinkt und versuchen, den Kopf des Pferdes nach unten zu ziehen, indem sie mit der Hand rückwärts einwirken, was den Widerstand nur verschlimmert. Eine viel bessere und effektivere Art, mit dem Widerstand umzugehen, ist es, einen Zirkel anzulegen und den Brustkorb des Pferdes nach außen zu verlagern, indem man seiner natürlichen Schwingung nach außen mit dem eigenen Becken folgt. Der Reiter blendet sich in diese Schwingung ein und akzentuiert die Bewegung nach außen mit einer aktiven Einwirkung, wobei er während der Schwingung des Brustkorbs zurück nach innen nur passiv folgt. Der innere Oberschenkel, das innere Knie und die innere Wade des Reiters können das Becken in seiner Bewegung zur Außenseite des Zirkels unterstützen. Der äußere Schenkel muß unter Umständen zurückgreifen und das äußere Hinterbein am Ausfallen hindern. Der innere Zügel kann nun den Hals mit einer öffnenden Bewegung nach innen abbiegen, was das Pferd dazu veranlaßt, den Widerstand in der Halsmuskulatur aufzugeben. Da die Zügelhilfe in einem stumpfen Winkel eingesetzt wird, statt in einer direkten Linie rückwärts gegen den Widerstand des Pferdes, wird es denselben allmählich überwinden können. Gleichzeitig hilft die seitliche Bewegung des Reiterbeckens, die Bauchmuskulatur des Pferdes zu lösen, und der innere Schenkel hilft, das innere Hinterbein zu engagieren, so daß es sich nicht hinter der Senkrechten gegen den Reiter sperren kann.

Ein weiteres Beispiel ist ein Pferd, welches sich gegen die Hilfe zum Übertreten wehrt, z.B. bei einer Vorhandwendung in der Bewegung. Manche Pferde insistieren dabei sehr auf ihren Widerstand. Falls der Reiter in diesem Moment Druck auf das Pferd ausübt und seine Hilfe forcieren will, dann wird das Pferd seinen Widerstand nur eskalieren. Wartet der Reiter indessen passiv, ohne Druck auszuüben, dann wird das Pferd aufhören zu widerstreben und wieder zu atmen beginnen. In diesem Moment ist es auch wieder offen für die nächste Hilfe. Wiederholt der Reiter seine Bitte, vielleicht in abgeänderter Form, nachdem das Pferd seinen Widerstand aufgegeben hat, wird die Hilfe nun auch durchkommen.

Ebenfalls ein häufig vorkommendes Beispiel ist ein Pferd, das den Reiter vielleicht mißverstanden hat und angaloppiert anstatt im Trabe mit größerem Eifer zu arbeiten. In diesem Falle nimmt der Reiter den Galopp an, obwohl er eigentlich keine Absicht hatte zu galoppieren. Er reitet dann im Galopp ein oder zwei lange Seiten vorwärts, bis das Pferd seine Oberlinie wieder in die Anlehnung hineindehnt. Sobald das Pferd in der Hand des Reiters angelangt ist, kommen auch die Paraden wieder durch und er kann das Pferd in den Trab zurück führen. Eine alternative Lösung ist, dem Pferd den Galopp zu gestatten, aber die gerittene Linie und Übung weiterhin unverändert beizubehalten. Dies wird in der Regel im Galopp viel schwieriger sein als im Trab, und das Pferd wird von allein zu dem Schluß kommen, daß es besser ist, die ursprüngliche Anweisung des Reiters auszuführen als sich der Anforderung kreativ zu entziehen. Sobald das Pferd merkt, daß seine eigene Initiative zu einer schwierigeren und ermüdenderen Arbeit führt, wird es von selbst in den Trab zurückfallen, ohne daß der Reiter eine Korrektur anbringen muß. Sollte das Pferd kräftig genug sein, dieselbe Hufschlagfigur und Übung korrekt im Galopp auszuführen, so wird dies zur Förderung der Entwicklung der Gänge und der Haltung beitragen und es wird dem Pferd ein größeres Erfolgsgefühl vermitteln. In beiden Fällen ist das Resultat gut.

Scheuen Sie sich nicht, mir Fragen und Kommentare zu schicken.

Thomas Ritter


The Aikido Principle. Photo by Shana Ritter; 2009.








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