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Painting of Maestoso II Catrina ridden by Shana Ritter. Painting by Janey Belozer.




Piaffe in the Pillars. Painting by Ludwig Koch.




Tapestry depicts horse and rider in the Capriole.




Pirouette by George Hamilton c. 1700.







Mary Stuart in the Piaffe, Sidesaddle.




Capriole in the Pillars, 1890.




William Cavendish, Duke of Newcastle




Equestrian Portrait of Henry IV (1555-1610). King of France before the Walls of Paris, 1594.













Queen Isabel of France by Velasquez







Thomas Ritter riding the Four Year Old Lipizzan Stallion, Pluto Sorria, in the Trot

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08 Juli 2009

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Die Pferde lösen 1.0: "Wie man’s nicht macht"

©Thomas Ritter 2009

Einer meiner Lehrer erinnerte uns im Unterricht oft daran, daß jede Arbeitsstunde aus vier Teilen bestehen sollte: dem Lösen, dem Schließen, dem Versammeln und dem Dehnen. Das Schließen bringt die Hinterbeine vermehrt unter den Körper, während das Versammeln die Hinterbeine vermehrt unter der Last biegt. Die Phase der Versammlung betrifft eher Pferde, die in ihrer Ausbildung bereits weiter fortgeschritten sind.

Das Lösen ist ein sehr wichtiger Bestandteil jeder Arbeitseinheit, aber leider wird es allzuoft mißverstanden. Der Zweck des Lösens besteht darin, das Pferd ins Gleichgewicht zu richten, die Muskulatur zu lösen, die Blutzirkulation in den Muskeln zu vergößern, die Konzentration des Pferdes auf den Reiter zu erhöhen und das Pferd auf feinere Hilfen abzustimmen. In dieser Hinsicht ist es dem Stimmen eines Musikinstruments vergleichbar bevor man darauf spielt.

Es gibt mehrere Kardinalfehler, die es sorgfältig zu vermeiden gilt, wenn man die Ziele, die ich soeben skizziert habe, erreichen will. So sollte das Pferd während der Lösephase nicht ermüden, denn die eigentliche Arbeitsphase, während derer die Hinterbeine engagiert und gebogen werden sollen (Schließen und Versammeln des Pferdes) erfordert ein frisches Pferd, voller Energie. Wie E.F.Seidler (1837), Friedrich von Krane (1856), General Faverot de Kerbrech (1891) und andere Autoren ausdrücklich festhalten, ist ein müdes Pferd nicht im Stande, Arbeit von hoher Qualität zu leisten. Es kann feinen Hilfen nicht mehr Folge leisten, und es ist bereits zu müde um sich noch auf seine Arbeit zu konzentrieren. Je höher die Anforderungen sind, desto mehr Energie erfordern sie. Je höher der Versammlungsgrad wird, desto mehr Schwung ist notwendig und desto heißblütiger muß das Pferd sein. Je weniger Energie umgekehrt beim Aufwärmen vergeudet wird, desto frischer wird das Pferd bei der Versammlungsarbeit sein und desto höher wird die Qualität der Arbeit sein. Daher bevorzugen so viele klassische Autoren kurze, häufig wiederholte Arbeitseinheiten – früher Lektionen genannt – gegenüber wenigen aber langen Arbeitseinheiten. Arbeit von hoher Qualität erfordert ein frisches Pferd!

Macht der Reiter das Pferd müde, werden die Lektionen von geringer Qualität sein. Das Pferd wird dann keine Freude an seiner Arbeit haben. Es wird sich früher oder später unweigerlich ausgebeutet fühlen und zornig werden. Wenn dies regelmäßig passiert, kann das Pferd unter Umständen dem Reiter gänzlich die Zusammenarbeit verweigern.

Eine weitere große Gefahr, die auftritt, wenn das Pferd über den Punkt der Ermüdung hinaus geritten wird, besteht darin, daß die Muskulatur das Skelett nicht mehr unterstützen kann, sobald sie erschöpft ist. Dann fällt diese Aufgabe den Sehnen und Bändern zu, und Verletzungen werden unvermeidlich. Sehnen- und Bänderverletzungen, die während der Arbeit vorkommen, sind entweder einem Gleichgewichtsverlust oder der Erschöpfung der Muskulatur oder beidem zuzuschreiben. Diese Art der Verletzung kann durch intelligente Arbeit weitgehend vermieden werden.

Ein anderer weit verbreiteter Fehler besteht im endlosen Herumtraben bzw. Herumgaloppieren unter dem Reiter oder an der Longe, ohne das Pferd ins Gleichgewicht zu richten oder geschmeidig zu machen. Dies führt zu dem genauen Gegenteil dessen, was die Lösephase erreichen soll, denn je länger das Pferd gezwungen ist, ohne Gleichgewicht zu gehen, desto steifer wird es. Langfristig gesehen wird dadurch Arthrose in den Gelenken der Vorderbeine oder Spat im Sprunggelenk hervorgerufen. Auf kurze Sicht können dadurch ebenfalls die oben genannten Sehnen- und Bänderschäden entstehen.

Mangelndes Gleichgewicht und Steifheit sind die Feinde des Pferdes, da sie die Last ungleichmäßig über den Pferdebeinen verteilen, wodurch harte, prellende Bewegungen und unnötiger Verschleiß entstehen. Alfred Knopfhart (1977) faßt dies ausgezeichnet zusammen: “Jedenfalls ist es Aufgabe des Reiters, unter Berücksichtigung der auftretenden Spannungen und deren Ursachen, sein Pferd in jeder Arbeitsstunde zur völligen Losgelassenheit zu bringen, bevor die eigentliche Arbeit beginnt. Keinesfalls darf man glauben, daß sich das Loslassen durch längeres, einfaches (um nicht zu sagen: gedankenloses) Herumtraben und Abgaloppieren von selbst einstellt – im Gegenteil! Manche Pferde können auch, besonders wenn sie gejagt werden, immer steifer und festgehaltener gehen, wie Eier durch längeres Kochen auch nicht weicher werden. Es geht vielmehr darum, einzelne Unebenheiten im Bewegungsablauf zu erkennen und dann gezielt zu glätten und abzuschleifen.”

Es gibt auch Leute, die ihr Pferd gerne durch Herumtraben und Galoppieren ohne Anlehnung am Zügel abreiten. Doch ohne Anlehnung gibt es kein Recycling der Energie, keinen Kreislauf der Hilfen – und ohne Energiekreislauf ist der Reiter nicht in der Lage, den Rücken und Widerrist des Pferdes anzuheben oder die Hinterbeine zu engagieren. Je länger das Pferd ohne Anlehnung geritten wird, desto mehr wird es auseinander fallen und desto mehr wird es auf die Vorhand kommen. Je mehr das Pferd gezwungen ist, auseinandergefallen auf der Vorhand zu gehen, desto steifer wird es werden. Je länger der Reiter sein Pferd also beim Aufwärmen ohne Anlehnung auseinander fallen läßt, desto mehr Zeit wird er hinterher brauchen, um den dadurch angerichteten Schaden wieder gut zu machen.

Aus diesen Gründen erhöht das Reiten ohne Anlehnung nur den Verschleiß an Sehnen und Gelenken und wird früher oder später zu Lahmheit führen. Es verstößt auch gegen das Prinzip der Einheit der Arbeit, das Adolph Kästner (1876) im Kapitel über das Longieren anspricht. Nach diesem Prinzip muß jede Form der Beschäftigung des Reiters mit dem Pferd denselben Regeln folgen und demselben Ziel dienen, ganz gleich ob es sich um die Ausbildung des Pferdes unter dem Reiter in der Bahn handelt oder um das Longieren, die Handarbeit, die Lange Zügel Arbeit, das Geländereiten oder das Springen. Läßt man das Pferd beim Aufwärmen auseinander fallen und steif und schief werden, nur um dann in der zweiten Hälfte der Arbeitsstunde alle Regeln umzuwerfen und zu versuchen, das Pferd auszubalancieren und es geschmeidig und leicht zu machen, dann stellt dies einen starken Widerspruch dar, der für das Pferd nicht nachvollziehbar ist. Es ist also leicht einsehbar, was für einen Bärendienst der Reiter seinem Pferd erweist, wenn er ihm erlaubt, ohne Anlehnung krumm und schief auf der Vorhand auseinander zu fallen.

Das Gegenteil ist allerdings genauso schlecht: Aufwärmen mit der Nase auf der Brust. Das erlaubt dem Pferd ebenfalls nicht, sein Gleichgewicht zu finden, sondern zwingt es dazu, auf die Vorhand zu fallen. Der Halsansatz wird dabei lose, wodurch ein falscher Knick entsteht, der wie ein “Schwarzes Loch” wirkt und die Impulse der Hinterhand ebenso wie die Zügelhilfen verschluckt. Die Hinterbeine bleiben dadurch ungebogen, die Kruppe wird hochgedrückt und die halben Paraden gehen nicht durch, da das Pferd dem Zügelanzug mit dem Halsansatz nachgibt, anstatt mit dem Genick und den Hanken. Die Unterbrechung bzw. die Verhinderung des Zustandekommens des Energiekreislaufs bringt das Genick und die Hüften des Pferdes für den Reiter außer Reichweite, so daß sie steif und blockiert bleiben können, ohne daß der Reiter es bemerkt. Das Pferd mag sich zwar unter Umständen leicht anfühlen, aber dies geht vom falschen Körperteil aus. Es ist ein Ausweichen, keine echte Leichtheit.

Es gibt noch eine andere Art des Aufwärmens, die leider recht beliebt ist, die jedoch dem Pferd und seiner Ausbildung ebenfalls zum Nachteil gereicht. Es handelt sich um das Herumhetzen des Pferdes an der Longe oder im Roundpen. Manche Leute jagen ihre Pferde panikartig herum, um sie müde zu machen. Die Nachteile liegen auf der Hand, und doch kann man dieses Verfahren sehr oft sehen. An der Longe verwenden diese Leute meist nicht die richtige Ausrüstung. Sie befestigen die Longe entweder am Trensengebiß oder am Halfter, was ungeeignet und ineffektiv ist. Sie verwenden normalerweise auch keine Ausbinder. Aber sie knallen mit der Peitsche und verängstigen das Pferd, so daß es mit Höchstgeschwindigkeit herumrast. Das ist aufgrund der Zentrifugalkraft extrem gefährlich für die Pferdebeine. Das Tempo muß der Größe des Zirkels angepat sein. Je kleiner der Zirkel, desto versammelter muß das Pferd sein. Diese Art Hochgeschwindigkeitslongieren wirft das Pferd ebenfalls auf die Vorhand und macht es steif. Es verängstigt das Pferd auch, so daß es nach diesem “Aufwärmen” viel schlechter geht als vorher. Ein intelligentes, wohl überlegtes Lösen an der Longe macht das Pferd dagegen leichter und angenehmer zu reiten. Die Round Pennerei hat dieselben Nachteile, da die Pferde immer in Angst und Schrecken mit hoher Geschwindigkeit herumgehetzt zu werden scheinen, so daß sie am Ende erschöpft und eingeschüchtert sind und sich dem Menschen schließlich ganz verschließen, ohne jedes Interesse an einem Dialog mit dem Reiter. Dies sind herzlose, grausame Methoden des „Aufwärmens“, die für das Pferd physisch und psychisch äußerst schädlich sind.

Die Lösephase sollte jedes Pferd in einen Zustand des physischen, emotionalen und psychischen Gleichgewichts und der Entspannung führen. Das phlegmatische Pferd soll aufmerksam und sensible für die Reiterhilfen werden. Das ängstliche, nervöse Pferd soll ruhig, vertrauensvoll und selbsbewußt werden. Das heißblütige, hypersensible Pferd soll entspannter und toleranter werden. Das faselige, scheuende Pferd soll aufmerksamer werden und sich mehr auf die Arbeit konzentrieren.

Die negativen Beispiele, die ich oben beschrieben habe, werden diese Ziele niemals verwirklichen. Sie werden nur die körperliche und seelische Gesundheit des Pferdes ruinieren und jeglichen Fortschritt unmöglich machen. Im nächsten Blog Eintrag werde ich einige Anregungen für eine intelligentere Methode des Lösens geben.

Scheuen Sie sich nicht, mir Fragen und Kommentare zu schicken.

Thomas Ritter


Thomas Ritter riding the Four Year Old Lipizzan Stallion, Pluto Sorria, in the Trot








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