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Painting of Maestoso II Catrina ridden by Shana Ritter. Painting by Janey Belozer.




Thomas Ritter with the Lipizzan Stallion, Maestoso II Shama II, in the canter at the longrein. Photo by Shana Ritter.




Shana Ritter on the Lipizzan Stallion, Pluto Ambrosia III, in the canter. Photo by Thomas Ritter, October 2008.




Thomas Ritter teaching during a clinic in New Jersey. November 2008. Photo by Shana Ritter.




Painting by Baron Reis von Eisenburg




Pluvinel instructs King Louis XIII




Thomas Ritter demonstrates the Piaffe in hand with the Lipizzan Mare, Electa, during a clinic in Seattle. November 2008. Photo by Shana Ritter.




Painting by Baron Reis von Eisenburg




The Lipizzan Stallion, Maestoso II Catrina, in the Levade in hand with Dr. Thomas Ritter. November 2008. Photo by Shana Ritter.




Painting by Baron Reis von Eisenburg




The Lusitano/Arab Mare, Farrah, in the trot, ridden by Shana Ritter. October 2008. Photo by Thomas Ritter.




Antoine de Pluvinel




The cat, Houdini, looks on as Thomas Ritter schools the Oldenburg Gelding, Andre. November 2008. Photo by Shana Ritter.




Dr. Thomas Ritter with the Lipizzan Stallion, Maestoso II Shama II, in the Piaffe at the Longrein. October 2008. Photo by Shana Ritter.




Painting by Baron Reis von Eisenburg




Georg Simon Winter von Adlersflügel




Dr. Thomas Ritter with the Lipizzan Stallion, Maestoso II Catrina, in the Levade at the Longrein. October 2008. Photo by Shana Ritter.




Painting by Baron Reis von Eisenburg




Dr. Thomas and Shana Ritter ride a Pas-de-Deux Performance on two Lipizzan Stallions. Photo by Lori Fleming.




Painting by Baron Reis von Eisenburg




Canadian Warmblood Mare, Cielo, and her owner Dr. Jean Nokes intently listen as Dr. Thomas Ritter explains a pattern to ride during a November 2008 clinic in Seattle, Washington. Photo by Shana Ritter.




Dedicated to the Preservation and Promotion of the Art of Classical Dressage

Reitschule Egon von Neindorff

Unsere Philosophie

In unserer Arbeit mit dem Pferd folgen wir in den Fußstapfen der alten Meister. Die Ausbildungsmethode, die wir praktizieren und lehren, ist geprägt von unseren Lehrern, die alle entweder aus der Egon von Neindorff’schen Schule oder aus der Tradition der alten Spanischen Reitschule stammen. Auch die hinterlassenen Schriften der großen Reiter und Denker aus den letzten fünf Jahrhunderten haben uns maßgeblich beeinflußt, wobei ich vor allem Gustav Steinbrecht, E.F.Seidler und Friedrich von Krane hervorheben möchte. Alois Podhajsky, Waldemar Seunig und Nuno Oliveira spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Diese Künstler im Sattel haben einen gymnastischen Ausbildungsweg vorgezeichnet, der jedem Pferd individuell angepaßt werden kann. Er hilft jedem Pferd, sein volles athletisches Potential zu erreichen, ganz gleich um welche Rasse oder welchen Typus es sich handelt und ganz gleich worin die Hauptaufgabe des Pferdes besteht. Pferdegymnastik ist nicht nur für Dressurpferde geeignet, sondern auch Springpferde, Vielseitigkeitspferde, Freizeitpferde und sogar Westernpferde und Gangpferde verbessern sich hinsichtlich ihrer Rittigkeit, ihrer Zuverlässigkeit, ihrer Geschmeidigkeit und ihrer Gesundheit.

Eines der Hauptziele ist, das Pferd geschickter zu machen, so daß es immer leichter und schneller wenden kann und sein Gewicht mühelos von einer Seite zur anderen und von einem Bein zum anderen verlagern kann. Der Leitgedanke für den Reiter ist die Frage: „Was kann ich tun, um meinem Pferd die Arbeit, nämlich das Tragen des Reitergewichts, so bequem wie möglich zu machen? Wie kann ich das Pferd so führen, daß es alle Wendungen, Übergänge und Lektionen so fließend wie möglich ausführen kann?“ Gleichgewicht und Geschmeidigkeit stehen dabei im Mittelpunkt.

In jeder Trainingseinheit und jeder Unterrichtsstunde analysieren wir, welche Körperpartien steif sind, welche geschmeidig sind, welche Muskelgruppen schwach sind, welche gut entwickelt sind, welche elementaren Anforderungen dem Pferd schwer fallen, welche Anforderungen es leicht erfüllen kann, welche Gelenke in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, usw. Diese Steifheiten und Schwächen werden dann systematisch mit gezielten Übungen eliminiert.

Das Reiten wurde früher in Wien sehr zutreffend als Denksport bezeichnet. Wir wollen sowohl das Pferd als auch den Reiter zum nachdenken anregen. Der Reiter muß lernen, wie ein Arzt zu analysieren und zu diagnostizieren. Dabei durchläuft man fortwährend einen Zyklus aus Beobachtung > Analyse > Diagnose > Korrektur/Therapie > Beobachtung des Resultats usw. Man legt für jedes Pferd eine Datenbank an, die alle Beobachtungen enthält, die man bei der Arbeit macht. Darin speichert man z.B. solche Dinge, wie gut das Pferd sich rechts und links biegt, wie gut es rechts und links wendet, wie es die Übergänge und Paraden ausführt, wie es die Lektionen ausführt, was man beim Übergang von einer geraden Linie zu einer gebogenen Linie zu berücksichtigen hat, wie man sein Gewicht auf dem Pferderücken verteilen muß, und vieles andere mehr. Diese Datenbank wird mit jeder Arbeitsstunde aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht, da sich Pferde im Laufe der Zeit entwickeln und verändern. Auf diese Weise verpaßt der Reiter nicht den Beginn eines neuen Trends, positiv wie negativ. Durch diese gedankenvolle Arbeit lernt der Reiter sein Pferd durch und durch kennen, denn alle Übungen, Hufschlagfiguren, Wendungen und alle Lektionen sind sowohl diagnostische Hilfsmittel als auch therapeutische Hilfsmittel. Sie geben uns darüber Auskunft, was dem Pferd schwer fällt, wo Löcher in der Ausbildung bestehen, wo seine Talente liegen und wo seine Schwächen sind.

Auch das Pferd sollte durch die Dressur mitdenken lernen. Es muß lernen, sein Gleichgewicht unter dem Reiter so zu handhaben, daß es jede Wendung, jeden Übergang und jede Lektion ohne Verlust des Tempos, der Haltung, der Losgelassenheit oder der Anlehnung ausführen kann. Dazu ist es erforderlich, daß es sich darüber bewußt ist, welcher Hinterfuß zu gegebenem Zeitpunkt stützen oder schieben muß und daß es die Last gezielt und bewußt von einem Bein zum anderen verlagern kann. Es soll nach und nach die vom Reiter gestellten Aufgaben immer selbständiger lösen können, so daß derselbe immer sparsamer mit den Hilfen umgehen kann.

Alles was man mit dem Pferd tut, muß dem körperlichen und seelischen Wohlbefinden des Pferdes dienen. Alle anderen Erwägungen, wie Turnierpläne, sind von untergeordneter Bedeutung. Denn was nützt es, wenn ein Pferd in Rekordzeit zum Grand Prix ausgebildet wird, nur um dann im Alter von 12 Jahren permanent lahm zu sein? Oder wenn ein Pferd mit 6 Jahren M Dressuren gewinnt und dann seelisch überfordert und körperlich abgenützt ist, so daß es nie über die Klasse M hinauskommt, wenn es bei richtiger Behandlung und Ausbildung nicht nur das Grand Prix Niveau erreicht hätte, sondern dabei auch körperlich und geistig gesund geblieben wäre? Wir stimmen daher voll und ganz mit Waldemar Seunig (1949) überein, der schreibt: “Eine Dressur, deren Endergebnis nicht auch konservierend ist, hat keine Daseinsberechtigung und unterbleibt besser ganz.”

Alles was wir mit dem Pferd tun, jede Interaktion, jede Hilfe, jede Übung oder Lektion ist eine Lernerfahrung für das Pferd und macht es entweder besser oder schlechter. Es gibt keinen Mittelweg. Man muß deswegen unbedingt darauf sehen, daß alles immer auf eine Verbesserung abzielt und daß man den Erfolg aus Gedankenlosigkeit nicht selber sabotiert.

Die Ausbildung muß das Pferd immer zuverlässiger und gehorsamer machen und es besser auf die Reiterhilfen abstimmen, ganz gleich in welchem Rahmen oder unter welchen Umständen es geritten wird. Die Dressur war früher hauptsächlich eine Vorbereitung für die Arbeit des Kriegs- oder Jagdpferdes. Leben und Gesundheit des Reiters hingen oft von der Qualität der Dressurausbildung seines Pferdes ab. Heute ist das leider nicht mehr der Fall, und in einem Zeitalter, wo viele Pferde nur Testaufgaben in einer fest umschlossenen Reitbahn absolvieren müssen, anstatt im Freien natürliche Hindernisse zu überwinden, und wo die Qualität des Pferdematerials ein Rekordhoch erreicht hat, lassen sich viele Reiter dazu verleiten, ihr Pferd nur abzurichten anstatt es auszubilden. Es produziert dann Tricks und ist nicht wirklich ehrlich an den Hilfen. Denn die Probe der Qualität der Ausbildung besteht darin, wie das Pferd sich in schwierigen Situationen mit vielen Ablenkungen verhält.

Vertrauen und Gehorsam sind zwei Seiten derselben Medaille. Man kann nicht das Eine ohne das Andere haben.

Die Dressur ist ein systematischer Ausbildungsprozess, der dem Pferd hilft, das Reitergewicht mit der größten Leichtigkeit zu tragen, so daß es unter dem Reiter mit der gleichen Bewegungsfreiheit und Anmut geht wie auf der Koppel. Der Reiter muß daher lernen, die negativen Folgen der Gewichtseinwirkung auf den Pferderücken durch die geschickte Handhabung seines Sitzes aufzuheben, so daß der Pferderücken so frei wie möglich schwingen kann.

Jeder neue Ausbildungsschritt muß vorbereitet und dem Pferd ausreichend erklärt werden, so daß es einerseits versteht, was von ihm verlangt wird und daß es andererseits der Aufgabe körperlich und geistig gewachsen ist.

Das Pferd bestimmt, wie schnell man in der Ausbildung fortschreiten kann, da jeder Lernschritt erst gefestigt sein muß und das Pferd sich bei der Anforderung wohl fühlen muß, bevor man zur nächsten Aufgabe schreiten kann. „Ausbilden, nicht Ausbeuten“ heißt die Devise.

In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, daß der Reiter sich der individuellen Stärken und Schwächen des Pferdes bewußt ist und etwaige Grenzen der Begabung respektiert, da nicht jedes Pferd genug Talent zum Grand Prix oder zur hohen Schule besitzt. Es wäre dem Pferd gegenüber ungerecht, eine Leistung von ihm zu verlangen, für die die Natur es nicht geschaffen hat.

Jede Übung und jede Lektion beeinflußt den Gang und die Haltung des Pferdes in spezifischer Weise, da sie bestimmte Muskelgruppen anspricht. Es ist die Aufgabe des Reiters, die richtige Auswahl von Übungen für jedes Pferd zu treffen, so daß sowohl seine natürlichen Gangarten als auch seine Haltung sich fortwährend verbessern.

Da (klassische) Dressur naturorientiertes Reiten sein soll, müssen die Lektionen, die man dem Pferd beibringt entweder von ihm auch in Freiheit gezeigt werden, so wie fliegende Galoppwechsel, Piaffe, Passage und Schulen über der Erde, oder sie müssen gymnastische Übungen sein, die das Gleichgewicht, die Geraderichtung oder die Geschmeidigkeit des Pferdes verbessern, wie z.B. die Seitengänge. Lektionen, die nicht unter diese Kategorien fallen, schließen wir von der Ausbildung aus.

Lektionen, die ohne positiven gymnastische Auswirkung auf Gang und Haltung geritten werden, sind nur Kunststücken wurden früher als „Pudeldressur“ bezeichnet und haben keine Daseinsberechtigung in einer gymnastischen Dressurausbildung.

Die Gebiete, auf denen der Reiter ständig nach Verbesserung streben muß, sind die immer feinere Abstimmung des Pferdes auf die Hilfen des Reiters, so daß das Pferd unverzügilch auf eine leichte Hilfe anspricht, was man früher als Sekundengehorsam bezeichnet hat, Regelmäßigkeit in Takt, Tempo und Trittlänge, Präzision der Hufschlagfiguren, Geschmeidigkeit, Durchlässigkeit, Gleichgewicht, eine leichte, stete, gleichmäßige Anlehnung, die korrekte Ausrichtung der Hüften und Schultern des Pferdes auf die gerittene Linie, Schwung und die allmähliche Verlagerung der Last auf die Hinterhand (Versammlung).






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